EIN TEXT VON JULIANE HOMUTH

Die jüngsten Ermittlungen gegen Deutschlands Steuerhinterzieher beleben eine wichtige Debatte über Unternehmensethik und Verantwortung der Manager.
Die Unternehmen haben erkannt, dass ihnen Verantwortung für Gesellschaft und Umwelt zukommt. Demonstrativ stellte sich die Industrie auf der internationalen Handwerksmesse Ende Februar in München hinter die Finanzbehörden. Führende Kräfte aus der Wirtschaft betonten die Bedeutung von Verantwortung und Ethik. BDIChef Thumann: Wer Steuern hinterziehe, „gehört nicht mehr dazu.“
Nur in einer funktionierenden Gesellschaft ist unternehmerische Tätigkeit auch langfristig durchführbar. Die jüngsten Fälle der Steuerhinterziehung sowie für „einfache“ Bürger in ihrer Höhe nicht mehr nachvollziehbare Managergehälter gefährden die gesellschaftliche Ordnung, da unser Wirtschaftssystem zunehmend in Frage gestellt wird. Hat sich lange die Ansicht gehalten, Ethik und Ökonomik seien unvereinbar, so ist in den letzten Jahren deutlich geworden, dass Ethik im Unternehmen umsetzbar ist, umsetzbar sein muss, um den Fortbestand des Unternehmens zu sichern.
Ein ethisch orientierter Führungsstil, wie ihn die Unternehmensethik fordert, ist langfristig erfolgsentscheidend, denn die Reputation eines Unternehmens rückt in den Mittelpunkt. Unternehmen müssen sich bewusst werden, dass sie über die Unternehmenskultur großen Einfluss auf das Handeln ihrer Mitarbeiter haben. Die Bereitschaft zur Übernahme ethischer Verantwortung auf den verschiedenen Unternehmensebenen muss gezielt gefördert werden.
Moralisches Handeln im Unternehmen und die Übernahme von Verantwortung für Gesellschaft und Umwelt werden sich langfristig rentieren und stehen so mit den langfristigen wirtschaftlichen Zielen einer Unternehmung in Einklang. Der Widerspruch zwischen Ethik und Ökonomik ist in der Theorie bereits aufgelöst und diese Erkenntnis wird in der Unternehmenspraxis zunehmend bestätigt.





